Diese Frage wird bei der Inversionstherapie am meisten gestellt – und variiert von Person zu Person, je nach körperlicher Verfassung und Kondition. Anfänger sollten auf jeden Fall langsam beginnen und sich in der Umkehrposition nicht viel bewegen. Für die meisten Menschen ist es kein Problem, ein bis zweimal täglich 10 bis 20 Minuten kopfüber zu hängen. Sollten Sie sich unwohl fühlen, setzen Sie sich mit geradem Rücken auf den Boden oder legen Sie sich und schließen Sie die Augen.

Grundsätzlich gilt immer: Achten Sie auf Ihren Körper, bleiben Sie innerhalb Ihrer Grenzen.

Anfängern wird geraten, sich langsam zu steigern, sprich mit Teil-Inversionen zu beginnen. Erst hängt der Yogaswing ca. 12 bis 18 Zentimeter über dem Boden (wenn man darin sitzt und von den Pobacken bis zum Grund Boden misst). In dieser Höhe ein paar Minuten mit dem Po im Swing und Kopf und Schulter auf dem Grund und entspannten Beinen hängen bleiben.

Der nächste Schritt ist eine Höhe von ca. 25 bis 30 Zentimeter und damit ein Winkel von 30 bis 45 Grad. In dieser Stellung wird der Körper leicht gestreckt, die Durchblutung von Körper und Gehirn stimuliert und die Organe in ihrer natürlichen Stellung positioniert. Wer es schafft, sich in dieser Stellung total zu entspannen, dehnt und streckt sein Rückgrat perfekt.

Geht auch dies gut, ein paar Mal tief Atem holen und dann nach rechts drehen. Wieder tief atmen und weiterdrehen in die Bauchlage. Atem holen, weiterdrehen nach links, dann wieder in die Rückenlage. Danach die Halsana-Stellung

Allgemein Setzen Sie sich in den Yogaswing, halten Sie sich mit beiden Händen fest (Foto 1). Dann lehnen Sie sich langsam zurück und bewegen beide Knie außerhalb des Yogaswings nach außen (Foto 2). Bringen Sie die Füße auf der Seite des Swings, wo Ihr Kopf hängt, wieder zusammen (Foto 3). So hängen Sie sicher im Yogaswing. Für die Sarvangasana-Position (Kerze) Hängen Sie den Yogaswing zwischen 54 und 72 cm über dem Boden auf (je nach Körpergröße). Hängen Sie sich so in den Swing, dass Ihre Schultern und Ihr Hals entspannt auf dem Boden liegen, während das Gewicht und die Spannung vom Yogaswing aufgefangen wird. 180-Grad-Stellung (Komplette Inversion)

In dieser Stellung schweben Sie frei über dem Boden und können auf Wunsch spezielle Übungen ausführen. Am Anfang ist es einfacher zwischen dem absoluten Hängen und kleinen Ruhepausen abzuwechseln. Dabei ziehen Sie sich einfach an den Handgriffen langsam wieder nach oben – solange, bis sich Ihr Körper an die 180-Grad-Stellung gewöhnt hat und sich darin wohl fühlt.

Zu den von den Ärzten empfohlenen Übungen gehört, in der 180-Grad-Stellung vorsichtig und langsam hin und her zu schwingen sowie die frei schwebende Position alle 30 Sekunden mit der Sitzposition abzuwechseln. Diese Übungen helfen,  den Kreislauf zu stimulieren und die Region in und rund um die Bandscheiben zu entgiften.

Wundern Sie sich nicht, wenn Sie sich beim Kopfüberhängen anfangs nicht gut fühlen. Das letzte Mal, dass Sie dies taten, war wahrscheinlich in Ihrer Kindheit. Das Wichtigste ist, sich ganz vorsichtig wieder daran zu gewöhnen, bewusst und langsam zu steigern und bei allem was man tut, gut auf seinen Körper zu hören.

Sie gewöhnen sich nicht an die komplette Inversion? Auch kein Problem. Sämtliche Positionen, in denen Sie nur zum Teil über dem Boden schweben, entspannen und dehnen strecken Ihren Körper ebenfalls.

Schon Jahrzehnte bevor der Yogaswing auf den Markt kam, gab es in den USA verschiedene Methoden der Inversionstherapie. In einer Studie von Dr. Goldman und Kollegen 1983 (Klatz RM; Goldman RM; Pinchuk BG; Nelson KE; Tarr RS: The effects of gravity inversion procedures on systemic blood pressure, intraocular pressure and anteriol retinal pressure. J Am Osteopathic Assoc. 1983) wurde bei einem Teil der damit behandelten Patienten ein erhöhter Blutdruck und ein erhöhter Druck in den Augen konstatiert. Es wurde empfohlen, vorsichtig damit umzugehen, da dies eventuell zu einem Herzinfarkt führen könnte. Dieser Aspekt wurde nach der Veröffentlichung der Studie in den Medien ausführlich verbreitet.

Zwei Jahre später, 1985, veröffentlichte Dr. Goldman eine weitere Studie zu dem Thema (Goldman RM; Tarr RS; Pinchuk BG; Kappler RE: The Physician and Sports Medicine. March 1985). In dieser Untersuchung betonte er, dass das Risiko eines Herzinfarkts während der Inversionstherapie in keinem der Fälle steigt und es auch keine Hinweise darauf gab. Weiter erklärte er, dass die Medien das Herzinfarkt-Thema nach der ersten Studie sehr übertrieben hätten und wies darauf hin, dass es in den 15 Jahren, seitdem die Inversionstherapie in den USA bis dahin angewandt wurde, noch keinen einzigen Fall von Blutungen, Herzinfarkten oder anderen Verletzungen für die Inversion-Patienten gegeben habe. Er ging sogar soweit zu sagen, dass es eine größere Gefahr sei, im Stehen oder beim Krafttraining einen Herzinfarkt zu erleiden.

Es wurde zudem festgestellt, dass sich bei einem großen Teil der Prüfpersonen der Blutdruck senkte, wenn diese beim Hängen leicht hin und her schaukelten. (Hinweis: Diese Personen waren alle körperlich gesund. Nochmal der Hinweis: Testen Sie Ihren Gesundheitszustand, bevor Sie mit der Inversionstherapie beginnen!).

Was damals erforscht wurde, ist nach unserem Wissen noch stets wahr. Die Inversionstherapie wurde seither von zahlreichen Universitäten wie unter anderem die Hochschulen von Marquette, Iowa und Portland, wiederholt untersucht.

Das ist normal und gut. Es zeigt, dass die Blutzufuhr im Gehirn, in den Augen und im Kopf erhöht wurde. Eine Studie ermittelte, dass die Gehirnaktivität während der Inversionstherapie um sieben Prozent schneller und um 14 Prozent effektiver wird.

Das Druckgefühl im Kopf lässt mit der Zeit und mehr Übung nach. Am Anfang, wenn es zu stark und unangenehm wird, einfach immer wieder zwischendurch eine Pause machen und in der Sitzhaltung ausruhen. Auch leichte, rhythmische Schaukelbewegungen helfen, sich leichter an das Kopfüber-Hängen zu gewöhnen.

Inversionstherapie ist die natürliche Art mit der Schwerkraft zu üben. Jeder einzelne Wirbel und jede dazugehörige Bandscheibe ist kräftig genug, um das auf ihr ruhende Gewicht zu tragen – jene am unteren Teil des Rückens tragen 60 Prozent des Körpergewichts, jene im Hals das Gewicht des Kopfes. Dreht man das Ganze um, wie bei der Inversionstherapie, dehnt exakt dasselbe Gewicht, das der jeweilige Wirbel und die Bandscheibe im Normalfall trägt, die entsprechenden Region mit genau dem richtigen Maß an Kraft in die entgegengesetzte Richtung.

Unterer Teil des Rückens

Begeben Sie sich in eine Teil-Inversionsstellung und bewegen Sie die Knie langsam nach links und rechts oder das Becken vor und zurück. Oder Sie strecken Ihren Rücken, indem Sie die Arme und Hände hinter Ihrem Kopf auf den Boden legen und Ihren Körper dann in einem Bogen vom Boden weg drücken. Diese Übung ist ein rückwärts gerichteter Rückenstrecker und die Vorbereitung für die Skorpion-Stellung.

Oberer Rücken

Viele Menschen leiden unter Schmerzen am oberen Rücken, durch Stress, verspannte Muskeln, etc. Die 180-Grad-Stellung hilft in diesem Fall am besten. Einfach entspannt hängen und tief durchatmen. Einfache Bewegungen helfen ebenfalls: die Schultern nach vorne und nach hinten bewegen, oder die Arme nacheinander nach oben strecken. Ist ein Partner in der Nähe und beschert dem Hängenden noch eine Hals-, Nacken- oder Schultermassage gehen die Schmerzen noch schneller weg.

Hals

Auch hier helfen Bewegungsübungen in der Hängelage. Drehen  Sie Ihren Kopf ganz langsam und ruhig von der einen in die andere Richtung. Auch eine noch stärkere Dehnung tut gut. Diese wird erreicht, wenn man die Arme vorsichtig gegen den Schädel drückt, so dass durch das zusätzliche Gewicht der Arme noch mehr Schwerkraft auf den Kopf einwirkt. Und auch hier bewirkt eine Partnermassage direkt am Schädel oder am Hals kleine Wunder.

Verschiedene Ursachen können dazu führen:

1. Sie haben zu schnell oder zu intensiv geübt. Die Inversion ist wie jede andere Leibesübung: Man muss sich langsam und vorsichtig daran gewöhnen, auf seinen Körper achten und sich mit Maß steigern.

2. Sie sind zu schnell in die Sitzhaltung zurückgekehrt. Beim Kopfüberhängen dehnt sich das Rückgrat, der Abstand zwischen den Wirbeln und der Bandscheibe wird vergrößert, der Druck auf die Nervenbahnen vermindert. Bei der Rückkehr in die Sitzhaltung kehrt alles wieder an seinen ursprünglichen Platz zurück. Geschieht dies zu schnell, können Nerven eingedrückt werden und es kommt zu Schmerz. Die sicherste Art ist, ganz ruhig in einer mehrere Minuten langen Bewegung in die Sitzhaltung zurück zu kehren und dabei in der horizontalen Stellung etwas zu ruhen.

Tatsächlich wird Menschen, die unter zu hohem Blutdruck leiden, geraten, sich nicht kopfüber zu hängen. Andererseits gab es auch schon Untersuchungen, bei denen der Blutdruck durch die Inversionstherapie deutlich gesenkt wurde und es gibt Ärzte, die gerade bei zu hohem Blutdruck Inversiontherapie anraten. In jedem Fall aber gilt: Zur Sicherheit seinen Arzt fragen!

Medizinische Experten sind der Meinung, dass ein Bandscheibenschaden behoben werden kann, indem man den Druck auf die Bandscheiben regelmäßig variiert. Durch das Kopfüber-Hängen wird der Rücken und damit der Raum zwischen den Wirbeln und Bandscheiben gedehnt. Dadurch verringert sich der Druck, es entsteht ein natürlicher „Saugeffekt“, der helfen kann, die einzelnen Teile wieder in ihre natürliche Position zu bringen. Die Erfahrung zeigt, dass man am besten mindestens drei Mal täglich kopfüber hängen sollte, um einen Verbesserungseffekt zu erreichen.

Aber auch hier gilt: Nicht übertrieben, nicht über die eigenen Grenzen gehen, sich zu nichts zwingen!

Es gibt Erfahrungsbericht von Menschen, die mit der Inversionstherapie ihre regelmäßigen Kopfschmerzen und Migräne-Anfälle bekämpft haben. Wissenschaftliche Untersuchungen jedoch gibt es dazu nicht. Wir raten jedoch grundsätzlich an, bei Schmerzen im Kopf keine Yogaswing-Übung zu machen – sonst läuft der Übende Gefahr, dass es sich verschlimmert.